Erfindung und Innovation – Eine Verortung

Bahnbrechende Erfindungen hatten schon seit jeher Umwälzungen zur Folge. Sei es die Erfindung des Rads, der Eisenbahn oder der Glühbirne. Lange Zeit war in der öffentlichen Vorstellung das Bild des genialen Erfinders verbreitet, der in einem Heureka-Moment auf eine Idee kommt die die Welt umkrempelt. Eines der berühmtesten Beispiele ist zweifellos Albert Einstein, der im Alleingang die Physik reformierte und auf dessen Erkenntnissen heute zahllose Technologien beruhen.

Auch wenn es solche Fälle gegeben hat und auch weiterhin geben wird, ist die große Mehrheit aller Erfindungen das Ergebnis umfangreicher Kooperation. Typische hierfür sind Forschungsabteilungen in Unternehmen, die je nach Größe in einzelne Fachabteilungen aufgegliedert sind. In der Regel gehen dabei Forschung und Entwicklung Hand in Hand, oft sind beide Aufgabenbereiche im selben Team vereint. Diese Form des Teamworks war bereits bei Thomas Edison charakteristisch, auch wenn dieser durch gezielte Selbstdarstellung das Bild des modernen Erfinders für sich zu vereinnahmen suchte. Heutzutage ist eine intensivierte Kooperation bei der Produkt- und Verfahrensentwicklung nicht mehr wegzudenken.

Eine Erfindung ist – für sich betrachtet – noch keine Innovation. Deren entscheidendes Merkmal ist  die erfolgreiche Markteinführung eines Produktes, also die Nutzbarmachung einer Erfindung.  Dabei ist die Trennlinie oft unscharf. Ein vielversprechender Prototyp bedarf oft noch sehr viel Entwicklungsarbeit um für die breite Nutzung attraktiv zu werden. Auch werden für die Serienproduktion häufig neue Wege des Herstellungsprozesses erforderlich, sodass auch dabei Entwicklungsarbeit anfällt. Innovationen können aber auch bloße Weiterentwicklungen bereits existierender Produkte sein und bedürfen häufig des Wissenstransfers zwischen reiner Forschung und der Produktentwicklung.

In der Forschung hat sich zur Definition, was als Innovation gilt der sog. Mehrdimensionale Ansatz etabliert. Demnach gilt etwas dann als Innovation, wenn es Neuerungen auf der Sachebene, der sozialen Dimension und in der zeitlichen Perspektive mit sich bringt. Auf der Sachebene sind dabei Produktneuerungen oder –verbesserungen, aber auch neue Herstellungsmethoden oder Dienstleistungen gemeint. In der sozialen Dimension ist von Bedeutung, ob neue Adressaten (z.B. Konsumenten) erreicht werden und ob die Neuerung als vorteilhaft oder gar als Fortschritt wahrgenommen wird. Zeitlich ist letztlich entscheidend, ob sich die Neuerung verbreitet oder gar Transformations- oder Wandlungsprozesse einleitet.

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Herzlich willkommen auf unserem Blog!

Match flame and smokeWir werden Ihnen hier Informationen rund um das Thema Sprunginnovation zusammenstellen.

Unser Anliegen ist dabei, die Komplexität dieses Themas anhand zahlreicher Beiträge anschaulich aufzubereiten und Hintergrundwissen aus den Bereichen Wirtschaft, Forschung und Politik zu bieten. Wir richten uns dabei besonders an kleine und Mittelständische Unternehmen, da  wir glauben dass diese stark von einem besseren Verständnis des Konzepts profitieren können.

Die Idee entstand dadurch, dass gerade radikale Weiterentwicklungen vor allem technischer Art das Wirtschafts- und Gesellschaftsleben grundlegend verändern, die Voraussetzungen aber wie es zu Sprunginnovationen kommt in Öffentlichkeit und Unternehmen jedoch kaum bekannt sind.

Dabei liegt gerade in ihnen die Chance für Unternehmen neue Märkte zu erschließen oder Bestehende durch Vorreiterrolle radikal zu verändern. Allerdings sind sie auch aus diesen Gründen für Marktakteure riskant. Es gilt daher zwischen der Gefahr durch Umwälzungen aus dem Markt gedrängt zu werden und dem meist hohen unternehmerischen Risiko beim Versuch eine Sprunginnovation zu tätigen abzuwägen.

Auch die Politik hat erkannt, dass besonders Sprunginnovationen große Chancen für die volkswirtschaftliche Positionierung im internationalen Wettbewerb haben. Innovationspolitik und die Forderung nach mehr Innovation ist seit über 15 Jahren Kernthema der Wirtschafts- und Forschungspolitik in Deutschland und der Europäischen Union. Kernanliegen ist dabei die allgemeine Steigerung der Wettbewerbsfähigkeit des eigenen Wirtschaftsstandortes im internationalen Vergleich, wobei im Zentrum des Interesses vor allem kleinere Unternehmen stehen. Dafür sind zwar Neuerungen jeder Art von Bedeutung, jedoch steht im Hintergrund zumeist  der Traum vom „großen Wurf“.

In den folgenden Beiträgen soll näher auf die Abgrenzung des Konzepts der Sprunginnovation zu Innovation im Allgemeinen eingegangen werden und die Besonderheiten des Themenbereichs anhand von Fallbeispielen veranschaulicht werden. Beiträge zu Theorien der Innovationsforschung, den politischen und makro- wie mikroökonomischen Rahmenbedingungen, politischen und unternehmerischen Initiativen sowie praktische Überlegungen werden nicht zu kurz kommen. Auf praxisrelevante Aspekte wie Entwicklungs- und Forschungsförderung, Unternehmenskooperation und Wissenstransfer aus der Forschung in die Unternehmen werden wir dabei besonders eingehen.

 

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